Konzertbericht 1.UZO-Rocknacht

17.03.2007

Es waren einmal ein paar junge, fröhlich Menschen, die dem gemütlichen Beisammensein und ausgelassenem Feiern nicht abgeneigt waren. Sie feierten zusammen (be)rauschende Feste, doch irgendwann war es ihnen nicht mehr ausreichend immer nur im kleinen Kreise zu feiern. Mann wollte das gemeine Volk an der üppig vorhandenen Feierlaune teilhaben lassen.

Im Handumdrehen wurde eine Vereinigung namens UZO gegründet.
Seither ist der UZO-Stand auf dem Winnender Citytreff beispielsweise eine, soweit ich mich aufgrund sprachlicher, motorischer und geistiger Ausfälle nach Besuchen des besagten Standes erinnern kann, eine Institution die vom Citytreff nicht mehr weg zu denken ist.

Doch die UZO-Jungs und Mädels wollen sich selbst nun mal permanent toppen…. und wer am Samstag in Leutenbach anwesend war, muss neidlos eingestehen:

Sie haben es mal wieder geschafft.

Bereits im Januar wurden wir gefragt, ob wir als Vorgruppe von Good News, einer professionellen Coverband, bei der 1. UZO-Rocknacht in der Leutenbacher Rems-Murr-Halle spielen würden.

Ohne großartig darüber nachzudenken sagt man da natürlich erst einmal „Ja“.

Postwendend gab ich den Termin an meine Jungs weiter, damit die ihre Terminkalender prüfen konnten.

Wer die Ernies kennt der weiß, dass schon ein wenig Zeit vergehen kann bis man eine vernünftige Aussage bekommt. Und so löste ein Tag den anderen ab und es war noch immer keine definitive Zusage aller Mitglieder zur Hand.

Ich war in dieser Zeit natürlich nicht untätig. Ich hatte eine CD von Good News zuhause und hörte diese nach langer, langer Zeit mal wieder an.

Die waren schon ziemlich gut. Verdammt.

Und je mehr Tage ins Land zogen ohne eine Bestätigung meiner Band-Damen, desto mulmiger wurde mir das ganze.

Hatten wir uns mit diesem prinzipiellen „Ja“ eventuell doch etwas weit aus dem Fenster gelehnt? Wir – eine kleine Punkrockband, die während der Proben mehr mit Schimmelbefall der Gitarren-Amps als mit musikalischer Kreativität zu kämpfen hat – als Vorgruppe einer verflucht guten Rock, Metal,… was weiß ich was noch alles….. Coverband?!?

Und das ganze dann auch noch in einer Halle, die flächenmäßig sämtliche Veranstaltungsorte die wir die letzten zwei Jahre bespielt haben in sich aufsaugen konnte?

Doch das mulmige Gefühl wurde bald verdrängt. Von der aufkeimenden Hoffnung, dass meine Jungs ja eventuell doch keine Zeit haben könnten.

Naja - Nix war’s. Bis auf Langer hatten alle Zeit, und somit stand der Sache nichts mehr im Wege.

Ok – wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch knappe zwei Monate bis zu diesem Gig. Sollte zum fleißig Proben genutzt werden. Also trommelten wir alle in der Winterpause verschollenen Bandmitglieder zusammen….. und mussten erfahren, das unsere zweite Gitarre sich in naher Zukunft nicht in der Lage sieht, am Bandleben teilzuhaben. Da hätten wir doch lieber zwei weitere Monate nichts von ihm gehört als dann so eine Aussage, aber… na gut.

Nach langem hin und her, rekrutierten wir unseren ehemaligen Bassisten Tom und Alex musste für dieses Konzert wie zu den Anfängen der Ernies mit sechs anstatt vier Saiten herumhantieren.

Ich wiederhole mich ungern, aber wer die Ernies kennt, der weiß dass sich trotz zwei Monaten Zeit nur eine Hand voll Termine zum Proben ergeben.

Drei – um genau zu sein. Und diese drei noch nicht einmal komplett.

Es war eben alles wie immer….. chaotisch. Aber wir machten das Beste daraus. Und dann war’s soweit.

Voll beladen kamen wir vor der Rems-Murr-Halle an. Wir schleppten unser Equipment durchs Foyer; bis hier war noch alles in Ordnung, doch als wir die Halle betraten und das allgemein hektische Treiben sahen, da war klar dass UZO keine halben Sachen macht.

Die linke Hallenseite füllte eine 12..15 Meter lange Theke. Dort gab es die normalen Getränke und das Essen. Zu unserer Rechten stand die UZO-Bar. Diese kannten wir schon vom City-Treff, nur diesmal war diese auf die doppelte Größe angewachsen, mit jeder menge härteren Flüssigkeiten.

Die Hallenmitte zierte ein durch Absperrgitter abgeschirmter Bereich, in welchem auf zwei Ebenen der Mischpult und die Steuerung für das Licht untergebracht waren. Und in diesem Moment wurde gerade das Licht ausprobiert. Meine Fresse hatten die Jungs Material aufgefahren.

Lichter wohin man sah. Weiße, bunte, bewegliche. Die Rückwand der Bühne zierte eine große Leinwand, die alles zeigte was der Beamer darauf war.

Die Jungs von Good News waren in den letzten Zügen des Aufbaus und wortlos stellten wir unser mitgebrachtes Equipment vor der Bühne ab.

Da war es wieder…. Das Mulmige Gefühl. Was hatten wir uns denn da nur wieder angetan.

Das konnte nicht gut gehen.

Ich kenne die UZO-Crew schon ziemlich lange und die kennen auch die Ernies, aber hatten die uns wirklich schon einmal gehört bevor sie uns für diesen Auftritt buchten? Ich hatte ernsthafte Zweifel. Was uns hier entgegen blitzte und blinkte war ne ganz andere Größenordnung, wie die Jugendhäuser und die Bands mit denen wir sonst zusammen spielen.

Wer so professionell wie Good News unterwegs ist, der kann über eine Band wie die unsere ja eigentlich nur müde lächeln. Ich bereitete mich innerlich schon auf eine Ansammlung eingebildeter und überheblicher Musiker vor, die uns deutlich zu spüren geben würden, wo unser Platz in der Rangordnung wirklich ist.

Die Jungs spielten einige Lieder als Soundcheck – und die Ernies wurden immer ruhiger.

Um halbwegs glimpflich aus der ganzen Sache hier hervor zu gehen, beschlossen wir mit dem Alk bis nach dem Gig zu warten. Das gab es bei den Ernies eigentlich selten, und die besten Konzerte hatten wir bisher, wenn schon im Vorfeld das ein oder andere Bierchen geleert war.

Dann hatten wir die Bühne für uns. Wir bauten unseren Kram auf und hatten den ersten Kontakt zu Stefan, den Mann am Mischer. Da Tom mit seinem Bass über die Anlage von Good News spielte, war PU- der Good News Basser auch da und wies Tom in sein Equipment ein. Auch Kümmi, der Drummer saß noch hinter seinem Werkzeug. Da die eigens für uns aufgestellten Monitore nur den vorderen Bühnenteil abdeckten, Good News spielt komplett mit In-Ear-System, glaubten wir nicht dass Steff hinter dem Schlagzeug irgendetwas hören würde. Kümmi bot ihm sofort seine Ohrstöpsel an. OK…… Was wir bisher kennen gelernt hatten seitens der Band und der Technik-Crew war alles andere als hochnäsig und eingebildet. Alle freundlich, hilfsbereit und extrem unkompliziert.

Als alles aufgebaut war spielten wir zwei, drei Lieder an, der Sound war gut und somit gingen wir hinter die Bühne. Der Backstage-Bereich bot einen großen, permanent Gefüllten Kühlschrank mit allem was das Herz begehrte, Essen, Kaffee,…… so lässt es sich Leben.

Langsam aber sicher wich auch das seltsame Gefühl, mit welchem wir uns zumindest seit unserer Ankunft herumplagten. Wir wollten einfach unser Ding durchziehen und ordentlich Rocken.

Dann war es endlich soweit. Gegen dreiviertel acht, die ersten Gäste trafen langsam ein und knapp hundert von Ihnen standen an den Stehtischen… allerdings im hinteren Bereich der Halle, betraten wir die Bühne.

Wir schnallten uns unsere Arbeitsgeräte um und nach einer informativen Begrüßung durch unseren wortgewandten Frontmann – er sagte:“ Guten Abend“ – starteten wir.

Bis auf unsere üblichen Verdächtigen, war keiner der zahlenden Gäste wegen unserem Punkrock gekommen. Aber als das erste Lied rum war, der letzte Akkord verklungen, da gab es doch tatsächlich Applaus.

Rechts, direkt vor der Bühne standen ein paar Mädels. Keine Ahnung wer das war, aber die jungen Damen jubelten, klatschten und gingen richtig ab. Entweder steckte das den Rest der Halle mit an, oder das Good News Publikum ist einfach nur höflich.

Egal wie deplaziert wir uns bis jetzt vorgekommen sein mögen, nun fing es an richtig Laune zu machen.

Konsequent und ohne größere Pausen spielten wir unsere Lieder durch und bis auf ein oder zwei der wirklich extrem schnellen Punkstücke wurde auch ausgiebig applaudiert.

Pünktlich wie vereinbart, beendeten wir unseren Auftritt kurz nach halb neun und räumten ohne Zugabe das Feld für den Hauptact.

Good News spielte ab dreiviertel neun bis ein Uhr morgens, unterbrochen durch zwei kurze Pausen und heizte der Menge richtig ein. Die Jungs sind wirklich absolut genial – menschlich und musikalisch, und uns hat es wirklich einen heiden Spaß gemacht mit ihnen zusammen diese Rocknacht zu spielen.

Vor allem für die Jungs und Mädels von UZO hätte ich mir aber ein paar Gäste mehr gewünscht. Knapp 300 Gäste waren letztendlich erschienen.

Die professionelle Organisation und der reibungslose Ablauf des ganzen Abends hätte problemlos mit der dreifachen Menge fertig werden können.

Liebe UZO’s – macht weiter so…. war echt ein prima Abend.

Liebe Good News – ihr wart nicht mal annähernd so, wie ich mir euch vorgestellt habe. Ihr wart durch die Bank nett und freundlich, und ne geile Show habt ihr obendrein noch abgeliefert.

Lieber Tom – danke dass du hierfür eingesprungen bist… du wirst uns eh nie los.

In diesem Sinne….. bis zum nächsten mal.

Waldi

 

Backstage

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