Konzertbericht Jugendhaus Feuerbach

29.09.2006

Wie immer reichlich spät saßen wir in Langers Allzweck-Bus und wollten nach Feuerbach fahren.
Es stand ein Auftritt an beim Jubiläumsfest des Feuerbacher Jugendhauses. Eigendlich starteten wir schon später als vereinbart, doch das Tanken in der überfüllten Schwaikheimer Tankstelle kostete uns eine weitere halbe Stunde….. Naja – Planungsgenies waren wir eben noch nie.

Nach unspektakulärer Fahrt erreichten wir dann so gegen 18.00 Uhr das Jugendhaus.
Es war Freitag und irgendwie sollten wir bereits um 19.00 Uhr anfangen zu spielen.

Tja liebe Veranstalter – solange ihr uns nicht so viel für einen Gig bezahlt, dass wir nebenher nicht mehr anderen Berufen nachgehen müssen, solange werden wir vor Ort sein, wenn uns das möglich ist! Und wenn wir schon da sind werden wir uns auch definitiv nicht hetzen lassen…… Punkt!

Naja – Freitag abends einen Auftritt und um 19.00 Uhr anfangen – das klang irgenwie mehr wie eine Kindergeburtstag als wie ein Punkkonzert.

Es war ein Kindergeburtstag.

Als Langer seinen Bus direkt vor dem Jugendhaus parkte und wir uns einen Überblich verschaffen wollten, wohin wir unser Equipment hin bringen sollten, stach zuerst mal die aufgebaute Hüpfburg ins Auge.
Ein wahr gewordener Traum aus PVC und Druckluft – Bevölkert von sicherlich 20 Halbstarken im Alter von 6 bis 14 Jahren, die Punk für wohl eher als asiatische Nachspeise hielten, sofern sie überhaupt jemals etwas von Punk gehört hatten.

Das verhieß nichts gutes. Ich glaube in diesem Moment war uns allen der verlauf des Konzertes völlig egal. Wir würden spielen, essen und trinken …. und fertig.

Die Bühne die im Innenhof aufgebaut war konnte sich allerdings sehen lassen.
Ein riesiges, überdachtes Gebilde aus Traversen, Bodenelementen und die Seiten, Rückwand und Dach komplett mit Planen abgehängt.
Für jeden Musiker war ein Monitor auf der Bühne vorhanden und Batterien von farbigen Par-Scheinwerfern leuchteten auf uns herab.
Wow – die Jungs schienen wohl mit einem Haufen Gästen rechnen,, sonnst hätte sich solch ein Aufwand wohl nicht gelohnt. Das hob unsere Stimmung wieder ein wenig und wir begannen unser Zeugs aufzubauen.

Der Soundcheck war überwältigend. Noch nie zuvor hatten wir einen dermaßen guten Sound auf einer Bühne. Nach dem ersten Lied fragte der Mischer-Mensch, wer was denn gerne auf welchem Monitor anders haben wollte. Nix – absolut gar nichts hatten wir zu bemängeln.
Die schienen doch wirklich alle miteinander zu wissen was sie taten…. So langsam fühlten wir uns wieder heimisch – es schien hier doch eher um die Musik als um’s „Kinderschminken“ zu gehen.

Die zweite Band die nach uns dran sein sollte war die Jaggabites-Combo.
Nach und nach trafen deren Mitglieder ein und zahlenmäßig waren die uns überlegen.
Wir hatten noch keine Ahnung was die Jungs überhaupt für Musik machten, aber das sollte sich im verlauf des heutigen Abends ja ändern.
Mittlerweile war es schon kurz nach 19.30 Uhr und wir hatten noch immer nicht begonnen.
Wir warteten noch auf die Menschenmassen, die sich hier einfinden sollten.

Wir würden jetzt noch rum stehen, wenn wir auf mehr Gäste gewartet hätten. Da tat sich absolut nichts mehr.
Also begaben wir uns auf die Bühne. Man konnte nicht anders als zu schmunzeln. Geile Bühne, große PA…. Und insgesamt vielleicht 35-40 Personen (…. 70% davon unter 14 Jahren) die gespannt zuschauten, was sich da auf der Bühne tat. Ohhhhhhhh Mann.

Ok. Da mussten wir wohl durch. Die Gäste allerdings auch… haha…. und dieser Umstand erleichterte es uns unser Programm Gnadenlos vom ersten bis zum letzten Song durch zu ziehen.
Der Sound war wirklich geil und bei ein oder zwei Liedern klatschten vier bis fünf Leute sogar ohne Aufforderung durch unseren Frontmann.
Zumindest einen Fan hatten wir begeistern können – Mein Sohn tanzte mit zugehaltenen Ohren vor der Bühne ……ole, ole……. Ein drei Jähriger scheint wohl mehr von Musik zu verstehen wie die übrigen, pubertierenden Gäste.

Wir verließen die Bühne und machten es uns auf den aufgebauten Bierbänken und –tischen gemütlich. Platz war ja genug….. hahaha.

Wie ein Schwarm Bienen hatten die Jaggabites die Bühne bevölkert. Ebenfalls mit Bläsern ausgestattet warteten wir gespannt, bis es endlich losgehen konnte.
Die ließen sich ordentlich Zeit bis sie endlich mal anfingen, doch irgendwann hatten sie scheinbar ihre Parameter gefunden, ohne die sie nun mal nicht spielen konnten.
Und dann legten sie los. Klang irgendwie wie dieser Gottesanbeter aus Mannheim nur mit mehr Rasta-Locken…… und obwohl einige Pausen auf einzelne Lieder hinwiesen, hörte sich für mich alles gleich an. Musikalisch und technisch waren uns die Jungs wirklich vorraus – doch langweilten wir uns bereits nach dem zweiten Song…. Naja – wie immer ist nun mal alles Geschmackssache.

Glücklicherweise konnte ich zeitiger mit Frau und Kind nach hause fahren und musste mich nicht bis zum Ende dieser Veranstaltung langweilen lassen.

Das war definitiv kein gelungener Auftritt, doch ausnahmsweise lag das nicht im Geringsten an uns.

Und falls ihr, liebe Leser, mal eine Band für einen Kindergeburtstag braucht, dann bitte, bitte nicht uns buchen.
Wir würden euch nur den Keller leer saufen, eure Kinder zu einem guten Musikgeschmack umerziehen und mit euren Frauen schlafen.
Oder auch mit euren Frauen und Kindern saufen und in eurem Keller schlafen.

Nur bei unserem Gitarristen Marc müsst ihr aufpassen.
Zitat: „… ich fick eh nur Jungs….“. Wenn ihr nur Töchter habt ist ja alles in Ordnung.

Also dann bis zur nächsten Schandtat.

Waldi – the eRnieS

 

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