Konzertbericht Unterhaus

27.05.2006

Es war mal wieder so weit. Ein Konzert stand an. Man traf sich gegen 16.00 Uhr im Proberaum, da wir nach den monatelangen Proberaum-Bau Terminen endlich auch mal den Akku-Schrauber wieder gegen ein Mikro oder irgendein anderes Instrument tauschen wollten.

Die Jungs waren auch mehr oder weniger pünktlich, was schon mal einen passenden Start für diesen Tag verheißen sollte.
Zuerst musste natürlich mal ausgiebigst gelabert werden, das ein oder andere Bier wurde vernichtet und niemand wollte so richtig den ersten Schritt in die neuen Probe-Katakomben antreten……mittlerweile war es 16.40 Uhr.
Da niemand so genau wusste, wie der zeitliche Ablauf vom Veranstalter geplant war, erbarmte sich Steff dies mal kurz abzuklären. Die Aussage kam prompt: „Jetzt….16.30 Uhr“

Ok…. Uns blieb also noch genügend Zeit, um kurz zu Proben, das ganze Geraffel in die Autos zu laden und in Richtung Fellbach zu fahren, denn selbst Ich habe mittlerweile gelernt, dass man selbst zwei Stunden nach dem vereinbarten Termin meist immer noch zu früh dran ist.
Also begaben wir uns zu unserer ersten Probe in unserem neuen Proberaum. Klang unerwartet gut in diesem Gewölbekeller, in dem wir beim ersten begutachten vor einigen Monaten schon festgestellt hatten, dass die Tierchen die da von der Decke hingen schon länger tot sein mussten, als wir an Jährchen zusammen bekamen ( bis auf zwei Mitglieder sind alle 30 und älter…. Und wir sind 7 Leute! )
Allerdings haben wir massenhaft Zeit in den Bau der Türe, das abkehren der Decke und so weiter investiert und mittlerweile mutierte das ganze zu einem kleinen aber feinen Proberaum.

Wir spielten 4 Liedchen, freuten uns dass es klappte und packten dann das angeforderte Equipment in unsere Autos. Da Fellbach nicht all zu weit entfernt war, waren wir gegen 18.00 Uhr vor Ort.
Die erste Band war bereits da und stand Bier trinkend vor dem „Unterhaus“. Das sah ja viel versprechend aus – kein Stress und gemütliches Bier trinken.

Wir wuchteten unser Zeug die Treppen runter, rein ins Unterhaus und sahen schon die aufgebaute Bühne…. Nur gut, dass nicht alle Bandmitglieder dem Selbstversuch unseres Bassisten folgen: Wir hatten mal unter reichlichem Alkohol Einfluss über die Raum-Zeit-Krümmung diskutiert und irgend jemand ließ verlauten, dass man um sich selbst herum schauen könnte, wenn man so dick wie die Sonne wäre….. es schein, dass er diese These gerade beweisen wollte. In diesem Frühstadium war mit „um sich herum schauen“ allerdings noch nichts. Nur die uneingeschränkte Sicht auf sein bestes Stück scheint zu Schwinden.
Blablabla…..es war also recht wenig Platz auf der Bühne für uns sieben.

Erster Schock war verdaut, doch der nächste folgte umgehen. Bier gab es erst ab 20.00 Uhr.
ES WAR KURZ NACH 18.00 UHR…… Was iss’n das für’n Scheiß?!? So kann man nicht vernünftig Arbeiten. Deshalb schickten wir unser Gebläse-Duo erst mal los zur nächsten Tankstelle.

Neben uns sollten an diesem Abend zwei weitere Band spielen. Die hier ansässigen Jungs von „Erdbeerschorsch“ und die „New Born Babies“ aus Konstanz.
Bei der ganzen Planung, welche Band was mitzubringen habe, ging irgendwie das Schlagzeug unter. Kein Schlagzeug….. das passte. Zum Glück war ein Schlagzeug im Unterhaus vorhanden und wurde umgehend aufgebaut.

Während die Konstanzer Babies das Schlagzeug aufbauten und zusammen mit dem netten Herrn, der den Mischpult bediente richtig einstellten, saßen die Erdbeeren und wir draußen, tranken Bier, philosophierten über Raum-Zeit-Krümmung und wurden mit musikalischem Müll beschallt, der vom Cannstatter Wasen zu uns herüber wehte. Bon Jovi spielte bei jämmerlichem Wetter Open-Air.
Ähnlich wie andere Bands, die Ich kenne und an diesem Abend noch kennen lernen sollte, hätte der werte Herr Jovi mit dem musizieren aufhören sollen, als er noch richtig gut war. Naja…. Geschmackssache.

Kurz nach 21.00 Uhr ging’s dann los. Die Erdbeerschorschs begannen ihre Songs zum besten zu geben. Da die Jungs hier aus Fellbach kamen, war auch schon eine ordentliche Anzahl Zuschauer anwesend, die die Räumlichkeiten füllten.
Die Stimmung war gut – soweit Ich das aus dem Backstage-Raum aus beurteilen konnte, denn musikalisch war dies ebenfalls nicht unbedingt mein bevorzugter  musikalischer Geschmack.

So saßen wir Backstage, tranken ein Bier nach dem anderen…. Mittlerweile war es ja schon nach 20.00 Uhr und jeder wollte schnellstmöglich seine 5 Getränke-Gutscheine der netten Dame hinter der Bar zuschustern.
Gegen 22.15 waren die Schorsch’s fertig und räumten die Bühne und wir bereiteten uns auf unseren Auftritt vor.
Jeder versorgte sich nochmals mit Bier, das Equipment wurde nochmals geprüft und schon konnte es losgehen.
Was sich als relativ witzig entpuppen sollte war die Tatsache dass Steff, hinter seinen Drums sitzend, ein Mikro vorfand. Dies bot ihm die Gelegenheit sich ausgiebigst in Klosters Pausegelaber einzuklinken. Die Gelegenheit nutzte er umgehen und zusammen mit unserem Frontmann wurden die noch anwesenden Gäste nicht nur mit Musik gebührend unterhalten.

Der Sound auf der Bühne und im Raum war sehr gut; jeder hörte jeden… was bei unseren letzten Konzerten leider nicht unbedingt selbstverständlich, für einen guten Gig aber unverzichtbar ist. Der Mann an den Reglern wusste scheinbar was er da tat.
Durch den guten Sound beflügelt, legten wir alles in allem einen noch besseren Auftritt hin.
Die Leute klatschen, beteiligten sich an Klosters und Steffs Pausen-Animationen und hatten scheinbar ihren Spaß. So sollte das ja auch sein.

Wir spielten nicht ganz eine Stunde und der eine, der Zugabe rief reicht uns völlig aus, um ein weiteres Liedchen an die Playlist ranzuhängen.

Gut drauf und ausgestattet mit frischem Bier verließen wir die Bühne in Richtung Backstage-Raum. Von dort aus beschallte uns einige Minuten später auch das Repertoire der Konstanzer „New born babies“.
Diese Punkband, gegründet als die Ärzte oder ähnliches noch nicht mal ans musizieren dachten, hatte nach 19 Jähriger Pause die Band wieder aktiviert und hatte den weiten Weg von Konstanz auf sich genommen, um die Menge zu begeistern. Die verbliebene Menge war allerdings das Personal des Unterhauses und die restlichen 3 Personen, die noch nicht nach hause konnten, da sie höchstwahrscheinlich Ihre Schlüssel verloren hatten oder aufgrund des Alkoholgenusses Ihren Wohnort vergessen hatten.
Die Babies spielten schnell, laut, ….. und was die Gitarristin angeht, etwas seltsam. Ihre Gitarre war so gestimmt, dass Sie mit nur einem Finger quer über das gesamte Griffbrett gelegt, Ihre Akkorde spielen konnte.
Scheinbar sollte man ab 40 auf unnötige Bewegungen verzichten – weshalb also alle fünf Finger der linken Hand bewegen, wenn’s auch einer tut.

Tja… gegen 0.30 Uhr waren nun auch die Babies fertig und es konnte mit dem Abbau begonnen werden. Da sich dafür allerdings niemand so recht begeistern konnte, zog sich die ganze Sache etwas hin und erst gegen 01.30 Uhr war unser ganzes Zeug in den Autos verstaut.

Ohne uns selbst loben zu wollen können wir behaupten, die beste Band des Abends gewesen zu sein…… ansonsten hätte es Langer, unser Posaunist, wohl auch nicht geschafft eine unserer CD’s zu verkaufen, ohne dass wir diese überhaupt dabei hatten.

So….. und nun kennt Ihr auch den wahren Grund für Langers Job in der Band. Die Posaune ist nur Attrappe.

Wie auch immer, bis zum nächsten Mal
Waldi

 

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