Konzertbericht Aichach

eRnieS-Kaffeefahrt zum „Alles Drin“ Kneipenfestival nach Aichach - 29.10.2005

Liebe Leser, wenn Ihr diesen Konzertbericht lesen müsst, weil Ihr selber nicht dabei sein konntet…….dann setzt euch gemütlich hin, lehnt euch zurück und fangt doch schon mal mit weinen an.

Denn Ihr habt definitiv das Highlight des eRnieS-Konzertjahres 2005 ungenützt an euch vorbeiziehen lassen.
Die meisten…Familie Langer wollen wir hierbei mal ausschließen – sicherlich auch noch aus lächerlichen Gründen wie Urlaub, Arztbesuchen oder weil man die Abfahrtszeit von 13.30 Uhr irgendwie als 19.00 Uhr interpretiert hatte. Naja…..selbst Schuld kann man da nur sagen.

Aber nun zur Kaffeefahrt.
Alles begann mit Kloster und Alex. Die beiden trafen sich schon um 11.00 Uhr im Proberaum. Da wir ja groß geworben hatten, dass das Freibier im Fahrpreis bereits enthalten ist, musste selbiges natürlich erst mal angeschafft werden.
So luden die beiden all unsere leeren Bierkästen aus dem Proberaum in ihre Autos und los ging’s zum Supermarkt. Leere Kisten abgegeben, 8 frische Oettingerkisten eingepackt und ab zur Kasse. Das Pfand der Proberaum-Kisten deckte hierbei schon fast 2/3 des Kaufpreises…und im Proberaum ist auch wieder Ausreichen Platz.
Nach solch einem gelungenen Auftakt konnte dem restlichen Tag entspannt entgegengesehen werden.

Um dreiviertel Eins,  die Sonne knallte mittlerweile ganz ordentlich auf uns herunter, fanden sich die ersten Mitreisenden und Bandmitglieder am Winnender Bahnhof ein. Kurz nach eins kam dann auch der angemietete Bus.
Ich musterte den Fahrer und fragte mich, wie lange es wohl dauern würde bis wir mit Ihm aneinander geraten würden. Ich schätzte Ihn mit seinen weißen Haaren auf knapp doppelt so alt wie das Durchschnittsalter der Kaffeefahrt-Teilnehmer. Aber – schwer getäuscht. Karl erwies sich als durchaus strapazierfähig und hat seine Sache außerordentlich lässig durchgezogen.
13.30 Uhr war als Abfahrtszeit angegeben und die meisten Angemeldeten Teilnehmer waren auch schon vor Ort und die ersten Bierflaschen wurden geleert. Leider waren wir letztendlich nur knappe 30 Personen – Für unsere Preiskalkulation zwar ausreichend aber der 6-wöchige Bandurlaub in Thailand  konnte hiermit dann doch nicht erwirtschaftet werden. Aber um einen geilen Samstag mit noch geilerem Gig hinzubekommen war die Sippschaft absolut passend.
Das Equipment und ein paar der Bierkästen unter; die Leute, CD’s und T-Shirts oben in den Bus gepackt…und ab in’s Bayrische Aichach.
Schocker, der sich mal wieder als ausgezeichneter Reiseführer bewies, nahm das Mikro in die Hand und gab den Reisenden schon mal einen kurzen Aufriss des Fahrplanes und den geplanten Raucher- und anderweitig genutzten Konsumpausen.
Nachdem Kloster und Ich dann die gebuchten Pakete „juhu…bin dabei“, juhu…ein Fan“ und „juhu…ein Groupie“ mit den zugehörigen Utensilien wie T-Shirts und CD’s verteilt und abkassiert hatten, ratterten wir gemütlich in unserem Bus in Richtung Bayern.

Es wurde fleißig getrunken, ausgiebig gelacht und auf die abgefahrenen Bilder die dabei geschossen wurden freue Ich mich jetzt schon.
Gegen halb fünf… etwas mehr als 200km und zwei Raucherpausen später… kamen wir dann in dem ca. 12000 Seelen-Dorf Aichach an.
Nach kurzer Irrfahrt und extrem Intelligent dreinschauende Eingeborenen die scheinbar das erste Mal in Ihrem Leben einen Bus gesehen hatten, fanden wir auch schon den Austragungsort unseres Konzertes: Das TSV Re(h)staurant.

Bevor wir alle den Bus verließen, bläute Schocker allen noch die Abfahrtsuhrzeit – 01.00 Uhr – ein ….und schwer bepackt ging’s dann rein in’s TSV Re(h)staurant.
Eine Bühne war schon aufgebaut, von der zweiten Band war noch niemand zu sehen und somit inspizierten wir erst mal unsere heutige Location. Der gesamte Gastraum war ausgeräumt und nur ein paar vereinzelte Stehtische standen vor der Bühne. Alles sah ziemlich ordentlich… um nicht zu sagen: relativ spießig aus…. Definitiv die ordentlichste Location, in der die eRnieS jemals spielen durften. Angeschlossen an den Gastraum war ein Nebenraum mit mehreren Kegelbahnen. Dort war der örtliche Kegelverein gerade bei einem Tournier oder was auch immer, denn die Kegler hatten alle Ihre schicken, einheitlichen Trainingsanzüge an und passten so irgendwie überhaupt nicht zu dem eRnieS-Fan-Gelage, das zielstrebig mit den  Bierflaschen in den Händen lautstark einmarschierte.
Das gab auch gleich den ersten Anschiss vom Wirt, der die mitgebrachten Flaschen nicht in seinem Laden haben wollte. Eine Minute da und schon negativ aufgefallen – das eRnieS Ziel dieses Abends war somit schon zur Hälfte erfüllt!
Da wir uns um den Aufbau und den Soundcheck kümmern mussten, steuerten die mitgereisten Fans geschlossen in Richtung Innenstadt.
Alleingelassen von unseren Fans ließen wir nochmals unseren Blick über das Lokal schweifen…waren wir hier wirklich Richtig? Wissen diese Leute, dass wir Punkrock spielen? Hatte Kloster fälschlicherweise die CD einer völlig anderen Band als Bewerbung eingeschickt? Wir waren wirklich etwas Irritiert.
Noch mehr irritiert waren wir, als der Koch des Re(h)staurants auf uns zukam und fragte, wie wir das mit dem Essen machen wollten. Er hätte 3 Gerichte zur Auswahl… Er muss sich wahrscheinlich ein bisschen verarscht vorgekommen sein, denn wir hatten alle zusammen ein fettes Grinsen im Gesicht…Ich glaube irgendjemand hat sogar lauthals herausgelacht. Wie auch immer, wir beschlossen dass wir erst nach dem Gig was essen und er ließ uns wieder alleine.
Nach dieser Aktion waren wir uns Sicher: Die haben keinerlei Schimmer, wer oder was die eRnieS überhaupt sind.
Das konnte ja heiter werden …… aber warten wir’s erst mal ab was der Abend so bringen
wird.

Mittlerweile war auch die zweite Band eingetroffen – Souls on Fire. Im Kneipenfestival Flyer wurden die Jungs als „Asbury-Sound mit Gebläse“ angekündigt…..wie auch immer sich so etwas anhören sollte.
Die Jungs waren alle gut drauf und freundlich gesonnen…..ok – die kennen die eRnieS offenbar auch nicht – haha.
Die 8 Jungs spielen mit 3 Bläsern….und als wir leider gestehen mussten, dass wir am heutigen Abend komplett ohne Gebläse spielen müssen, da der eine gerade Nachwuchs bekommen hat und der andere lieber mit unserem Ex-Basser auf Mallorca auf ‚nem Schiffchen der Sonne entgegen segelt, wurde dies ziemlich bedauert…… weil Gebläse halt schon recht geil ist. Aber keine Zeit zum Rumheulen – wir mussten schleunigst Aufbauen, da die Jungs nur noch schnell bei unserem Soundcheck die Anlage einstellten und dann alle noch mal nach Hause mussten.
Verblüfft stellten Wir fest, dass die Souls in knapp 20 Minuten Ihr komplettes Equipment inklusive PA aufgebaut hatten – die machen das scheinbar öfters.
Dem wollten wir natürlich in nichts nachstehen und verstöpselten unseren Kram recht schnell.
Da wir beide eRnieS-Gitarristen nur unsere Topteile mit dabei hatten, die Souls on Fire aber nur mit einer Gitarre spielen, entschied Ich mich für die Box des Souls-Gitarristen und Marc spielte über den, glücklicherweise mitgebrachten Speaker-Emulator von Alex. Somit Ging Marc’s Signal direkt in den Mischpult und war richtig gut, laut und deutlich zu hören….und er konnte sich auch nicht einfach leiser drehen…..hehe.
Ich hatte das übliche Gitarristen-Problem…. Im kompletten Zusammenspiel konnte Ich mich nicht wirklich hören. Da Kloster aber meine, dass der Sound vorne in Ordnung sei, musste Ich wohl mit diesem Problem leben – Ich bin das ja mittlerweile gewohnt.
Wir spielten 3 oder 4 Lieder, die Instrumente wurden richtig abgemischt und somit hatten auch Wir noch knappe 3 Stunden Zeit bis zum Auftritt.

Also machten wir uns auf die Suche nach dem Rest unserer mitgereiseten Fans. Im Vermuteten „???“ waren Sie nicht, also wurde uns per Telefon der Weg zur aktuell belagerten Kneipe beschrieben.
Wir liefen durch die Innenstadt, vorbei an zahlreichen ordentlichen Kneipen Gaststätten, liefen durch den Torbogen der das Ende der Innenstadt darstellt und schon standen wir vor der besagten Lokalität.
Wir standen Wirklich…..Geschlossen hielten wir an und schauten uns dieses Prachtstück von Kneipe an…. Wir mussten nämlich erst mal das wirklich schäbig aussehende Äußere und vor allem den Namen der Absteige auf uns wirken lassen:
„Friedens Engel“…. Oh Mann.

Das Äußere hatte exakt das erahnen lassen, was im Innern auf uns wartete. Eine Kneipe, die Ihrem wirtschaftlichen Höhepunkt und die letzte Renovierung so gegen Anfang der 80er Jahre hinter sich gebracht hatte….aber unsere Fans sind ja bescheidene Schwaben, die sich von Äußerlichkeiten scheinbar nicht Abschrecken lassen.
Hier saßen wir dann und tranken, grölten und lachten, und bescherten dem Friedens Engel den Umsatz des Jahrzehnts.
Nach unserem Auftritt im Rockpup vor zwei Wochen, der qualitativ etwas unter dem allgemeinen Alkoholgenuss unserer Bandmitglieder gelitten hatte, hielten wir uns noch etwas zurück und begnügten uns… im Gegensatz zu unseren Kaffeefahrt-Teilnehmern… mit Cola und Kaffee. Einige Wagemutige Fans und Bandmitglieder bestellten sogar etwas zum Essen und so brachen wir dann gegen 20.30 Uhr auf in Richtung TSV Re(h)staurant.

Dort waren schon die ersten Zahlenden Gäste vertreten….und wieder wurden wir mit unserer Vermutung bestätigt, dass die Leute hier sicherlich nicht wissen, welche Art von Musik wir eigentlich machen.
Abgesehen von einer Hand voll Teenies fanden wir hier das Standard-Puplikum einer jeden Ü-30 Party vor. Der Raum füllte sich immer mehr mit lauter gut gekleideten Damen und Herren. Und mittendrin – die bereits ausgiebig tanzend und feiernden Fans der eRnieS, die sich schon bei der vom Band laufenden Hintergrundmusik völlig verausgabten.
Trotz all den Vorahnungen und fehlender Gebläsesektion waren wir noch ausreichend motiviert um einen guten Auftritt hinzulegen. Durch das scheinbare Unwissen der Einheimischen Gäste, vermuteten wir jedoch dass sich das Lokal spätestens nach dem ersten Lied von Uns deutlich leeren würde.

Für die Gäste wäre das relativ Problemlos gewesen. Diese „Alles Drin“ Kneipenfestival verbindet über einen Shuttle-Bus-Verkehr 8 Kneipen mit insgesamt 15 Bands und von Jazz, über Rock, Pop, Blues und HipHop wird jedem der den überall ausgelegten Flyer lesen kann eindeutig gezeigt, welche Band welche Art von Musik wann in welcher Kneipe spielt. Wenn diese Eingeborenen nicht lesen können, dann sind Sie selber schuld, oder?

Also gut. Wir zogen alle unsere Schwarzen Hemden an und banden uns die geilen weißen, mit dem eRnieS-E bedruckten Krawatten um. Und so ging’s dann, unter reichlichem Applaus und Jubel durch die mitgereiste Fan-Sippe, auf die Bühne.

Wir legten ordentlich Los und schon nach den ersten angeschlagenen Tönen tobte die (mitgebrachte) Menge. Während die Einheimischen sich hier und da zu einem zurückhaltenden Kopfnicken hinreißen ließen, gingen unsere Kaffeefahrt-Leute voll nach vorn. Wie wild wurde getanzt, gesungen und Leute über den Haufen gerannt. Geil.
Beim zweiten Lied war Kloster bereits das zweite oder dritte Mal über seine bereitgestellten Bierflaschen gestolpert und sein gesamter Bühnenbereich war klatsch nass. So und nicht anders muss Punkrock sein!
Wir hatten zwar auf der Bühne das besagte „Ich hör mich nicht“ Problem, was uns aber keinesfalls hinderte,  den sprachlosen Bayern unsere Lieder ordentlich entgegenzuschmettern.
Viertes Lied, das Lokal war noch immer nicht leer, was war da los? Sollten diese Leute denn etwa wirklich wegen unserem Punkrock gekommen sein? Scheinbar schon. Einige Frauen wippten nun sogar mit mehreren Körperteilen gleichzeitig – Was für ein Hammer.
Da speziell die Hintergrundgesänge von unserem Gebläse-Dan fehlten, mussten Alex und Ich herhalten.
Anfangs noch etwas zaghaft und dafür in der richtigen Tonart, später dann voller Enthusiasmus und dafür mit manch falschem Ton sangen wir uns die Seele aus dem Leib.

Total abgefahren wurde es, als einer unserer mitgereisten Fans – Olli - plötzlich vor der Bühne auf dem Boden lag und nicht mehr aufstand. Weshalb er nicht aufstand weiß ich nicht – er sah eigentlich noch relativ Fit aus. Irgendjemand nutzte die Gunst der Stunde und sprang nach spitzenmäßiger Wrestling-Manier voll auf Ihn drauf. Olli schien das ganze zu gefallen. Er grinste und blieb liegen. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde lagen da vorne 4 oder 5 Personen auf- unter- und nebeneinander……..und wir spielten fröhlich weiter.
Das konnte Kloster nicht auf sich sitzen lassen. Er sprang von der Bühne und machte aus dem davor liegenden Pulk eine Paarungs-Inszenierung, die ihresgleichen sucht.

Die Einheimischen waren immer noch nicht genug schockiert und feierten doch ganz ordentlich mit. Klosters nächste Sprung von der Bühne ging etwas daneben – er prallte mit irgendjemandem zusammen und blieb mit seinem Augenbrauen-Piercing irgendwo hängen.
Zurück auf der Bühne sah man nun, dass sich von seinem Piercing bis runter zu seinem Kinn eine schmale Blutspur zog. Das ist Punkrock. Kloster störte das nicht und deshalb sang er, professionell wie wir eRnieS nun mal sind, weiter.
Obwohl Ihn knappe zehn Leute auf sein blutendes Piercing hinwiesen, zogen wir unser Programm ungebremst bis zum Ende durch.

Das vorletzte Lied, Whiskey in the Jar, nutzten wir zum Vorstellen der Bandmitglieder – Ich glaube das war das längste Lied dass die eRnieS jemals gespielt haben: 5 Minuten. Unglaublich.
Beim letzten Lied…. Keine Ahnung was da los war….Griffen Alex und Ich anfänglich irgendwie ziemlich daneben.
Marc sah zwar zu uns rüber und schrie immer „H“ ….. Alex nickte wohlwollen und spielte mit „A“ weiter…….haha…….Ich auch. Nach einigen Takten hatten wir aber dann doch noch den ultimativen Durchblick und somit brachten wir dieses Lied auch noch rum.

Mittlerweile war es kurz vor 22.30 Uhr und wir verließen unter Applaus und Zugaberufen unserer Fans die Bühne. Abgesehen von den Anfangsschwierigkeiten des letzten Liedes hatten wir einen sauberen Auftritt hinter uns gebracht.
Was unser neues Erscheinungsbild betrifft: Die schwarzen Hemden und die Krawatten sehen ja echt scharf aus – man schwitzt allerdings wie ein Schwein. Kloster nahm seine Krawatte ab und zeigte sie mir. Diese war einfach nur nass, als hätte Sie auf der Bühne in Klosters Bier gebadet. Egal – ‚s war geil.

Gegen 23.00 Uhr starteten dann die 8 Jungs von Souls on fire. Technisch spielten die Jungs ziemlich Ordentlich. Eine ziemlich beeindruckende Bläsersektion aus Trompete, Posaune und Saxophon blies den Leuten ihre Songs entgegen.
Auf jeden Fall waren die Souls das absolute Kontrastprogramm zu uns.

Die mitgereisten, mitreißenden Fans der eRnieS zogen los um die anderen Kneipen und Bands zu testen. Schocker landete hierbei im „Kyklos“. Dort spielte die Berliner „Frauen“-Rock Formation Loosavanna. Schocker war sofort verliebt – er brachte später eine CD der Damen mit und… Ich kann Ihn verstehen…..Schaut nett aus…..und klingt auch so wie’s aussieht.
Schocker ließ all seinen Charme spielen, gab sich als als eRnieS-Manager aus und knüpfte schon mal diesen viel versprechenden Gig-Kontakt mit Berlin….das wäre doch wieder mal eine Kaffeefahrt wert, oder?

Doch zurück in’s TSV Re(h)staurant. Die Souls sollten bis 00.30 Uhr spielen….es war bereits 00.40 Uhr und die Jungs mussten eine Zugabe nach der anderen fürs Einheimische Publikum spielen. Um unsere Abfahrtszeit nicht all zu sehr nach hinten zu ziehen, zogen wir mit unserem Equipment bereits los in Richtung Bus. Kloster musste noch warten, bis die Jungs dann doch endlich Schluss machten um unser Banner abzuhängen.

Entgegen all meinen Erwartungen waren um Punkt Eins annähernd alle Mitgereisten Fans am Bus. Nach 8 Anläufen, so fit war Ich dann auch nicht mehr, hatte Ich endlich unsere insgesamt 29 Personen zusammen. Sogar Olli hatte heute keinen Krankenhaus Aufenthalt nötig gehabt.

Und somit startete unser Bus um kurz nach eins in Richtung Heimat.
Reiseleiter Schocker kündigte die erste Raucherpause am Rasthof Aichen an. Normalerweise ca. 50 Minuten Fahrzeit. Der Nebel machte uns da aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Als nach einer halben Stunde Fahrt die ersten Entzugserscheinungen eintraten und nachgefragt wurde, wie lange es noch dauern würde, hieß es ca. 20 Minuten.
Als nach diesen 20 Minuten nochmals nachgefragt wurde und es wiederum 20 Minuten hieß musste sich Schocker so ziemlich jede Beleidigung gefallen lassen, die die Mitreisenden noch zusammenbekamen. Er nahm’s ziemlich gelassen und irgendwann war’s dann auch soweit.
Austeigen, Rauchen und an das holländische Wohnmobil nebenan pullern. Das ist Punkrock!

Eigentlich wollten wir ohne weiteren Zwischenstopp nach Winnenden Fahren, doch kurz nach dem Drackensteiner Hang fuhren wir wieder Raus. Zwei Streithähne – irgendwas mit Bier in die Hosegekippt oder so – nervten sich ein wenig an und somit wurde entschieden, dass die beiden Aussteigen, sich eins auf die Fresse hauen und dann alles wieder seinen geregelten Gang für die Heimfahrt hat.
Wir stiegen also alle aus, die beiden beredeten das ganze noch mal, alle Rauchten, und wir stiegen wieder ein. Das ist definitiv kein Punkrock.

Obwohl wir um 01.00 Uhr losfuhren und drei Stunden unterwegs waren, sahen wir das Winnender Ortsschild gegen 03.00 Uhr…. Wie war das noch mal mit Raum- und Zeitkrümmung? Tja, die eRnieS hatten wohl nicht nur Aichach, sondern auch die Zeit unter Ihre Kontrolle gebracht.
Vetter, der seit dem Rasthof Aichen in den absolut unmöglichsten Positionen gepennt hatte, wurde auf Höhe von Waiblingen durch einen miefigen Schuh, direkt an seine Nase gehalten, geweckt. Kurz vor Winnenden bekam er dann auch noch das Mikro des Busses in die Hand und nach ein paar unlogischen Sätzen von Ihm, für welche er reichlich Gelächter erntete, nutzte er das gnadenlos übersteuernde Mikro um ein Motorrad und einen Formel eins Wagen zu imitieren. In einer unglaublichen Lautstärke zog er das ganze durch, bis der Bus den Busbahnhof in Winnenden erreicht hatte.

Tja, was soll man da sagen. Ein absolut geiler Samstag, mit absolut geilen Mitreisenden, einem geilen Auftritt mit geilem Puplikum und einer total geilen Busfahrt ging zu Ende.
Unser ganzes Equipment, Bierkästen und was sonnst noch so herumstand luden wir in die abgestellten Autos, verabschiedeten Karl den Busfahrer und dann ging’s Nachhause. Ich zumindest. Ich glaube einige wollten noch schauen, welche Kneipe den gebührenden Ausklang für diesen Abend bieten würde aber Ich hatte genug für heute.

Wer nicht dabei war – selber Schuld. Aber Ihr bekommt sicherlich noch mal eine Chance, denn das war definitiv nicht die letzte Ausfahrt, die die eRnieS Veranstaltet haben.
Mann sieht sich also dann demnächst……

Waldi | eRnieS

 

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